Kurze Erklärung

Dies ist ein Blog, d.h., der erste (älteste) Bericht
steht ganz am Ende (unten) und oben steht immer der neueste Bericht (Artikel).

Freitag, 6. Juni 2014

Oh Schreck ... die Hälfte der Zeit ist schon weg

nein, sie ist nicht weg. Unsere Reise ist nun zur Hälfte rum und wir finden, es war eine tolle Zeit bisher und wir freuen uns auf die zweite Hälfte.

Fangen wir gleich heute damit an.

Wir sind heute etwas später los gekommen. Einerseits, weil wir später aufgestanden sind und andererseits, weil im Frühstücksraum die Hölle los war. Es sind zwar nicht die Hells Angels hier eingefallen, aber gestern ist hier auch eine Gruppe Biker auf 25 – 30 Harley‘s (alles deutsche Bestager (50+)) laut lärmend eingetroffen.

Gegen 10:00 a.m. sind wir nach einer gemütlichen 1,5 stündigen Fahrt durch abwechslungsreiche Landschaft und über kurvige Straßen vor dem Bandelier National Monument angekommen. Ins Gebiet des National Monument müssen wir den kostenlosen Shuttle (10:30 a.m.) nehmen. Dort am Visitor Center angekommen werden wir – die ganze Busladung - von einer Rangerin empfangen, begrüßt und auf die Besonderheiten hier hingewiesen. Das Bandelier NM ist sowohl Naturschutzgebiet als auch Gedenkstätte/Museum über die Natives (Anasazi Indianer), die hier vom 12. bis zum 16.Jahrhundert gelebt haben.

Wir gehen zuerst auf dem Mainloop im Frijoles Canyon, der uns zu den Ruinen der Häuser und der Cliff Dwellings (Höhlenbauten) der Ureinwohner führt. Hier ist richtig viel los. Viele Familien mit Kindern wollen das Gebiet ebenso wie wir erkunden. Natürlich ist es für die Kinder ein besonderer Spaß, die  Leitern zu den freigegebenen Höhlen zu erklimmen. Da wir (ich im Besonderen) keine Lust haben vor jeder Höhle lange zu warten, lassen wir einfach eine Höhle aus und beginnen bei der nächsten Höhle. Wir sehen uns darin um. Es sind kleine Räume mit vom Feuer geschwärzten Decken. An den regelmäßigen Löchern im Felsen kann man erkennen, wie die Häuser davor an die Felsen gebaut wurden. Unterhalb der Felsenwohnungen sind die Grundmauern eines Dorfes, dass aus mehrstöckigen Häusern mit etwa 400 Räumen bestanden hat, zu erkennen.
Cliff Dwellings

Bald zweigt vom Mainloop ein Weg, der zum Rim des Canyons hinauf führt, ab. Dieser Weg, der Frey-Trail, war bis 1934 (Eröffnung der Straße) der Weg in den Canyon. In engen Kehren windet sich der Trail zum Rim hinauf. Wunderschöne Ausblicke entschädigen für die Anstrengungen. Außerdem wandern wir hier wieder fast alleine und genießen die Natur. Der Trail endet an einer der Shuttle Haltestellen. Wir wollen aber gar nicht mit dem Shuttle fahren, sondern wir machen hier – im Schatten der Haltestelle – unser Obst Picknick. Inzwischen ist es ziemlich warm geworden (vermutlich an die 30° Celsius). Gegen die Hitze der ersten Woche ist das aber wirklich sehr angenehm.
Frey Trail

Nach unserem Picknick gehen wir den Frey-Trail (benannt nach einer Mrs. Frey, die 1907 eine Lodge am Canyongrund errichten lies und sie betrieb) wieder hinab und auf dem Mainloop weiter. Hier werden wir von einem Ranger (Len Scheel – mit deutschen Vorfahren) angesprochen und er zeigt uns viele Petroglyphs an den Felswänden.
Petroglyph

Petroglyphs sind in den Fels geritzte Zeichnungen der Ureinwohner. Sehr interessant und amüsant. Von ihm haben wir noch den Tipp zu einer weiteren großen Höhle in 150 Fuß Höhe bekommen. Diese haben wir uns auch noch angesehen. Allein der Auf- und Abstieg über die Leitern waren die halbe Meile zusätzlich wert. Tolle Aussicht von dort oben.
Bloß nicht daneben treten

Als wir wieder am Visitor Center ankommen sind, waren wir über 4 Stunden gewandert und ganz schön platt. Das nächste Shuttle bringt uns zum Auto zurück und wir fahren nach Santa Fe ins Hotel um uns den Staub abzuduschen.

Vom Hotel Shuttle lassen wir uns nach Sante Fe reinfahren und gehen lecker italienisch essen. Wir sitzen draußen und genießen das schöne warme Wetter. Ab und zu fällt aus dem Baum, unter dem wir sitzen eine Blüte   …   auch ins Bier.


Gefahren :  67 Meilen
Getankt : 8,81 Gallonen zu 29,61 $
Übernachtung : Santa Fe Sage Inn
Abendessen :  Magiamo Pronto

Fazit des Tages :  Ein toller Wandertag bei herrlichen Temperaturen

Donnerstag, 5. Juni 2014

Highway to ... Santa Fe

Auf das Frühstück im Budget Inn haben wir verzichtet. Wir haben uns lieber ein Starbucks-Frühstück gegönnt und konnten da sogar draußen sitzen.

Wir haben uns danach – frisch gestärkt – auf den (langen) Weg über den Highway 285 nach Santa Fe gemacht. Ich glaube, ich bin noch nie so lange geradeaus gefahren. Die Straße macht auf den ersten 100 Meilen vielleicht gerade mal 2 oder 3 stärkere Kurven. Die Weite ist der Wahnsinn. Nach einiger Zeit auch ein bisschen langweilig. Viel Verkehr herrscht auch nicht gerade. Spannend sind da schon die Ranch-Abfahrten direkt vom Highway. Ortschaften sind extrem dünn gesät. Ein paar kleinere Hügelketten überwinden wir und gewinnen dabei fast unmerklich an Höhe. Im Navi ist das aber doch gut zu erkennen. Nach etwa 130/140 Meilen steigt das Gelände aber deutlich an und die Landschaft wird auch wieder abwechslungsreicher.

Gegen 10:40 a.m. erreichen wir Santa Fe bei herrlichem Sonnenschein und „nur“ 77° Fahrenheit (25° Celsius). Es ist eine tolle Luft. Wir mögen uns auch in der direkten Sonne aufhalten. Es gibt aber auch viele schattige Plätze in der Stadt. Im Visitor Center lassen wir uns mit Stadtplan und ersten Ideen ausstatten. Dann parken wir das Auto und erlaufen uns den historischen Bezirk von Santa Fe. Alle Häuser sind hier im Adobestil gebaut.
Ein Museum - das ist Adobe

Die warmen Ockertöne und das Grün der vielen Bäume harmonieren toll zusammen. Es gibt mehrere Parkanlagen mit hübschen Blumenampeln.
Cathedral Park

Im Zentrum des Bezirks an der Plaza reiht sich ein Geschäft an das andere. Es handelt sich dabei überwiegend um Schmuckgeschäfte und um Läden mit Touristensouvenirs. Das Zentrum der quadratischen Plaza bildet ein schöner kleiner Park mit vielen Bänken. Rund um diesen Park werden an verschiedenen Ständen allerlei (vermutlich) Leckereien verkauft. An einer Seite der Plaza gibt es keine Geschäfte. Hier verkaufen (lizensierte) Nativs, auf dem Fußboden sitzend, Ihre – hoffentlich – selbst hergestellten Schmuckwaren. Sehr hübsch, aber auch sehr professionell. Die meisten akzeptieren auch Kreditkarten. Über das ganze Stadtzentrum verteilt gibt es unendlich viele Kunstgalerien.
Eingang einer der vielen Kunstgalerien


Gegen 4:30 p.m. checken wir im Sage Inn ein und beziehen unser Zimmer. Wir lassen unser Navi den nächsten Walmart suchen (Safeway gibt hier nirgends) und fahren wieder los. Wir wollen etwas zum Abendessen einkaufen, denn die wenigen Restaurants, die wir gesehen haben, sind recht teuer und nach Fastfood ist uns nicht. Allerdings der Navi-Spruch : „Sie haben Ihr Ziel erreicht“ stimmt hier leider nicht. Den Walmart gibt es nicht mehr. Das Gebäude steht leer. Wir finden einen anderen Supermarkt (Albertson), der uns ebenfalls seine Lebensmittel verkauft. Der Abend ist gerettet. Wir speisen, neben dem Hotelparkplatz unter einem Sonnenschirm. Inzwischen sind ein paar dunkle Wolken aufgezogen und es weht ein frischer (!) Wind. Alles schmeckt lecker, doch es gibt keinen Regen.

Danach lassen wir uns mit dem hoteleigenen Shuttle noch einmal nach Downtown bringen und butschern noch mal eine Stunde rum. Richtig was los ist jetzt aber nicht mehr. Die meisten Geschäfte haben geschlossen und es sind nicht mehr sehr viele Leute unterwegs. Um 9:10 p.m. holt uns der Shuttle wieder an der Plaza ab.


Gefahren :   204 Meilen
Übernachtung : Santa Fe Sage Inn
Abendessen :  unter dem Sonnenschirm am Hotel-Parkplatz
Fazit des Tages :  Santa Fe ist eine bildschöne, kleine Stadt mit herrlich milder Luft

Mittwoch, 4. Juni 2014

Heiß und kalt

Nur der frühe Vogel fängt den Wurm, deshalb sind wir heute schon um 5:30 a.m. aufgestanden. Ein leckeres Frühstück haben wir im nächsten Starbucks eingenommen. Wir konnten schön draußen sitzen, bei herrlich milder Wärme. Der Verkäufer hat gemerkt, dass wir aus Deutschland sind und uns auf deutsch erzählt, dass er 6 Jahre in Karlsruhe gelebt hat.

Danach haben wir im Hotel ausgecheckt und sind durch den morgendlichen Berufsverkehr aus der Stadt heraus gefahren. Dabei haben wir bemerkt, dass sich das Stadtgebiet fast unendlich weit ausgedehnt hat. Es gibt fast nur Einzelhausbebauung, mehr oder weniger gut erhalten. Als der Verkehr endlich nachgelassen hatte, wir also das eigentliche Siedlungsgebiet verlassen hatten, konnte ich unseren Jeep gelassen über den Highway rollen lassen. Und wieder haben wir die endlosen Weiten des amerikanischen Westens erlebt. Hier in Texas und New Mexico sind sie trocken, karg und platt. Die meiste Zeit der Fahrt sehen wir kaum mal einen Baum, nur vertrocknetes Gras und Büsche.

Zuerst fahren wir den Guadalupe Mountains National Park an. In den Bergen ist die Landschaft gleich viel grüner als während der Fahrt. Im Visitorcenter lassen wir uns eine Wandertour in dem Plan des National Parks markieren. Zuviel Zeit wollen wir hier nicht verbringen, aber 2-3 Stunden wollen wir gerne wandern, obwohl es jetzt (10:00 a.m.) schon sehr warm ist. Als erstes sehen wir uns die Ruinen einer alten Postkutschenstation an. Viel gibt es hier allerdings nicht mehr zu sehen. Danach suchen wir fast eine halbe Stunde lang den Trailhead für die geplante Wanderung. Fast wollten wir schon aufgeben. Inzwischen ist aber schon soviel unserer Zeit verstrichen, dass uns klar ist, dass wir nicht den ganzen Weg gehen werden. So wandern wir aber noch fast 2 Stunden im Nationalpark. Trotz der Hitze hat es uns sehr viel Spaß gemacht.


Jetzt wird es aber Zeit, dass wir zu den Carlsbad Caverns kommen. Die Wanderschuhe behalten wir gleich an. Während der Fahrt essen wir ein bisschen Obst. Für ein Picknick im Freien ist es uns heute zu heiß (und wir haben wenig Zeit). Gegen 1:00 p.m. kommen wir am Nationalpark Carlsbad Caverns an. Hier ist ziemlich viel los. Aber auch hier haben wir mit unserem Annual Pass freien Eintritt. Wie geplant nehmen wir den Weg durch den Natural Entrance. Die meisten Besucher fahren mit dem Fahrstuhl direkt in den Big Room (755 feet – 230 m - unter der Oberfläche). Durch den riesigen Natural Entrance werden wir in engen Haarnadelkurven auf einem gut begehbaren Weg, der fast 1 Stunde dauert, auch dorthin geführt. Allein dieser Abstieg in die gewaltige Höhle (die größte der westlichen Hemisphäre) ist den Besuch hier wert. Der Weg aus der brütenden Mittagshitze in die 13° Celsius kühle Höhle ist ein Erlebnis. Am Anfang begleiten uns noch viele Vögel (Schwalben?). Maria stört am Anfang der recht ausgeprägte Geruch der Fledermaus-Scheiße. Der Geruch lässt aber, je weiter wir in die Höhle einsteigen, bald nach.


Im Big Room angekommen, sind wir noch den rund eine Stunde dauernden Rundgang gelaufen. Wir bewundern die verschiedenen Stalaktiten (von oben) und Stalakmiten (von unten). 

Danach fahren wir mit dem Fahrstuhl wieder nach oben. Dabei wirkt der Umstand, dass 2 von 4 Fahrstühlen ausgefallen sind, nicht gerade beruhigend auf uns. Oben erwartet uns wieder die schon bekannte Hitze.

Anschließend fahren wir weiter nach Roswell (hier stehen überall Alienfiguren rum) und beziehen unser Zimmer im Budget Inn (naja, hat sicher schon bessere Zeiten gesehen, aber für eine Nacht geht’s).

Als wir Pepper’s Grill and Bar, nach einem sehr leckeren Abendessen, verließen, fielen – wir konnten es gar nicht glauben – ein paar dicke Regentropen vom Himmel. Abkühlung brachten die aber nicht.

Gefahren :   263 Meilen
Getankt : 8,82 Gallonen zu 30,52 $
Getankt : 7,46 Gallonen zu 25,72 $
Übernachtung : Budget Inn Roswell
Abendessen :  Pepper’s Grill & Bar

Fazit des Tages :  Die Höhlen waren gigantisch und in Santa Fe wird’s nicht mehr ganz so heiß

Dienstag, 3. Juni 2014

Viva la Mexico

Weil es die letzten Tage so heiß gewesen ist, sind wir heute wieder um 6:00 a.m. aufgestanden. Wir haben „vor“ dem Hotelcafe mit Croisant & Starbucks Coffee gefrühstückt. Es war eine herrlich mild warme Morgenluft draußen.

Danach sind wir zum Franklin State Park gefahren, denn der Plan war mit der Seilbahn (Wyler Aerial Tramway) auf die Berge fahren. Unsere Enttäuschung war ziemlich groß, als wir sahen, dass die Straße zur Talstation & zum Statepark gesperrt war. Auf dem Weg zurück zum Hotel haben wir einen Scenic Drive, der ein wenig in die Höhe führte, entdeckt. Den sind wir gefahren. Er bescherte uns einige schöne Ausblicke auf die Stadt und auf tolle Wohnhäuser und schöne Gärten in dieser offensichtlich bevorzugten Wohngegend von El Paso.

El Paso

Sehr bald endete diese Fahrt aber in einer Baustelle und wir fuhren endgültig zurück zum Hotel.

Da mein Plan nicht aufgegangen war, und ich keinen Plan B zur Verfügung hatte, erkundigten wir uns an der Hotelrezeption nach weiteren Sehenswürdigkeiten. Zunächst erfuhr die Hotelmitarbeiterin in einem Telefonat, dass der Statepark Montag bis Donnerstag geschlossen ist. Tolle Wurst. Als Hilfe für unseren Plan B gab sie uns eine Internetadresse (www.visitelpaso.com) und den Hinweis auf das hoteleigene Businesscenter. Wir haben also die Internetseite aufgerufen und uns 2 Sachen
  • El Paso Mission Trail
  • River Park Trail

rausgesucht. Trotz der beginnenden Hitze wollten wir gerne draußen sein. Beide Adressen ins Navi eingegeben und los.
Bei dem El Paso Mission Trail handelt es sich jedoch um einen Trail von 3 Missionen aus der Zeit der spanischen Eroberungen, die per Auto angesteuert werden müssen :
  • San Elizario
  • Socorro
  • Ysleta

San Elizario

Socorro
Ysleta


Die Kirchen im Adobe-Stil entstammen in ihrer heutigen Form allerdings dem 19.Jahrhundert.
Die Ysleta-Mission konnten wir erst nicht finden, aber als wir drin waren, sprach uns eine freundliche ältere Dame, die offensichtlich nur zum Beten hergekommen war, an und erzählte uns die Geschichte dieser Kirche.

Danach haben wir den River Park Trail gesucht und fast gefunden. Eine riesige Baustelle verhinderte allerdings, dass wir wirklich dort angekommen sind. Wir haben mehrere Versuche dorthin unternommen, aber irgendwann doch aufgegeben. Zuletzt hatten wir den Verdacht, dass dieser Trail gerade erst angelegt wird und deshalb vielleicht ein Teil der Baustelle ist.
Inzwischen ist es früher Nachmittag, brüllend heiß (107° Fahrenheit habe ich auf dem Thermometer gesehen). Wir besuchen deshalb – erstmal – das El Paso Museum of History. Dort sehen wir uns eine interessante Ausstellung über die letzten einhundert Jahre der Stadt an. Außerdem ist es dort angenehm kühl.

So, jetzt müssen wir noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Navi findet leider keinen Safeway, also muss der nächste Walmart her. Eingegeben und losgefahren. Allerdings führt uns das Navi über eine komische Mautstelle (3,00 $)   …   und plötzlich fahren wir über den Rio Grande und sind in Ciudad Juarez (Mexico). Das wollen (und dürfen) wir mit dem Mietwagen gar nicht. Leichte Panik breitet sich aus, verstärkt noch durch das Chaos das hier herrscht. Wir befinden uns direkt inmitten eines Slums und Verkehrsregeln scheint es hier auch nicht zu geben. Zum Glück weiß das Navi auch den Weg zurück in die USA. Obwohl die Beamten der Border Control komisch fragen und gucken, scheint alles in Ordnung zu sein und wir kommen schnell zurück. Die Kontrolle des Navi zeigt dann, dass die 2 nächsten Walmart tatsächlich in Mexico liegen (die Straßennamen sind eindeutig spanisch und dass hätte ich auch sehen können). Wir finden auch einen Walmart in El Paso und kaufen dort wie vorgesehen ein.
Inzwischen hat das Autothermometer sogar 109° Fahrenheit angezeigt. Beim Verlassen des Autos weht einem direkt der Umluftbackofen ins Gesicht.

Aus unserem Hotelfenster sehen wir, dass heute schon wieder ein Baseball Spiel im Southwest University Park stattfindet.

Wir gehen deshalb nochmal raus. In der Nähe des Stadions ist eine Kneipe, bei der man im Freien ein herrlich eiskaltes Bud light bekommt. Das jetzt schon mal. Danach wollen wir eigentlich eine Runde im Hotelpool drehen. Das war herrlich erfrischend gestern. Gestern, denn heute ist der Pool – für mehrere Tage – geschlossen. Ok, gehen wir doch zum Picknicken (unserer Walmarteinkäufe) in den nächstgelegenen Park.
Abendessen im Park


Gefahren :   98 Meilen
Übernachtung : Doubletree by Hilton
Abendessen :  ohne Bier im Park bei der Bücherei

Fazit des Tages :  Irgendwie war heute nicht unser Tag und El Paso wird nicht unsere Lieblingsstadt

Montag, 2. Juni 2014

Texas: The Lone Star State

Heute konnten wir ausschlafen   … außer der Fahrt nach El Paso hatten wir nichts weiter geplant. Aber auch heute war es im Zimmer sehr warm (oder kalt) und wir haben nicht sehr gut geschlafen – die 2. Nacht.
Wir sind aber doch noch vor der Fahrt ins Museum of Space History in Alamogordo gegangen. Sehr interessant, obwohl es sich sehr um die Hall of Fame der Raumfahrt bemüht und die Personen im Hintergrund mich nicht so sehr interessieren. Wir mussten keinen Eintritt ( $ 5,00 je Person) bezahlen, weil die Kassiererin noch nicht da gewesen ist, wir waren halt so früh…
New Mexico Museum of Space History - Alamogordo

Gegen 10:30 a.m. haben wir uns endgültig auf den Weg gemacht und ihn erst kurz vor Erreichen unseres Hotels noch einmal im Outletcenter „Shoppes at El Paso“ unterbrochen. Hier waren wir wieder recht erfolgreich. Um 4:30 p.m. haben wir im „Doubletree by Hilton – Downtown El Paso“ eingecheckt.

Trotz der Hitze haben wir uns zu Fuß aufgemacht, Downtown zu erkunden. El Paso Downtown ist aber tatsächlich nur das Geschäftsviertel (Büros und so) der Stadt. Selbst die Restaurants machen hier sehr früh zu. Da wir aber im Outletcenter eine Kleinigkeit gegessen haben, fehlt uns die Abendmahlzeit heute nicht.

Um 8:00 p.m. sind wir noch für eine ¾ Stunde in den Hotelpool (im 7. Stock) gegangen. Es ist noch herrlich warm und das Poolwasser ziemlich erfrischend. Von 9:00 bis 10:00 p.m. haben wir (neben dem Pool) in der Hotelbar gesessen und der Geräuschkulisse des nebenan stattfindenden Baseballspiels gelauscht. Von unserem Zimmer im 10. Stock können wir in den Southwest University Park, das Baseballstadium der Stadt sehen.


Gefahren :   129 Meilen
Getankt : 8,81 Gallonen zu 30,00 $
Übernachtung : Doubletree by Hilton
Abendessen :  2 Bier an der Hotel - Poolbar

Fazit des Tages :  Wir sind in Texas, ein weiterer Bundesstaat auf unserer nicht vorhandenen Liste

Sonntag, 1. Juni 2014

Wir sind wieder im Netz

Prompt haben wir heute verschlafen   …

Gestern haben wir die Zeitzone von West nach Ost gewechselt (eine Stunde verloren). Unsere Uhren haben wir auch gestellt. Da im Grand Motor Inn das WiFi nicht funktioniert hat, war der Ipod nicht mit dem Internet verbunden und das Wecken hat nicht geklappt. 10 Minuten nach der geplanten Zeit sind wir aber wach geworden. Alles kein Problem, wir haben doch Urlaub.

Das Grand Motor Inn kann aber sowieso getrost von unserer Liste der Hotels, die man mal wieder besuchen möchte, gestrichen werden. Die Raumtemperatur lässt sich nicht erträglich regulieren. Entweder es rast ein Eissturm durch das Zimmer oder die Temperatur steigt in minutenschnelle wieder in Schwindel erregende Höhen. Wir haben jedenfalls in der letzten Nach wenig und schlecht geschlafen. Nicht nur des Motel hat uns nicht gefallen, auch Deming kann man getrost vergessen, mit Ausnahme des Steakhauses : Ranchers Grill.

Wir haben uns gleich nach dem nicht eingeschlossenen Frühstück und dem Auschecken auf den Weg zum White Sands National Monument gemacht. Gegen 10:00 a.m. sind wir dort, am Visitorcenter angekommen. Puhh, was für eine Hitze, schon wieder fast 100° Fahrenheit. Der strahlend helle Sand besteht nicht, wie meistens, aus Quarzsand, sondern aus feinstem Gips. Dieser Gips hat sich hier im Tularosa Basin über Millionen Jahre, aus den San Andres Bergen ausgewaschen, angesammelt.

Obwohl heute Sonntag ist, ist nicht sehr viel los hier. Auf dem Dunes Drive sind wir in die Dünenlandschaft hinein gefahren. Das von den Dünen reflektierte Sonnenlicht ist so grell, 
dass wir selbst hinter den Sonnenbrillen noch blinzeln. An einigen Stellen des Parks verlassen wir das Auto und gehen ein wenig umher. Für größere Wanderungen ist es heute echt zu heiß. Auf einem der Picknickplätze machen auch wir eine Pause. Dabei werden wir von einem vorbeifahrenden Ranger darauf hingewiesen, heute keine größeren Hikes zu unternehmen, weil es zu heiß ist.


In dieser besonderen Umgebung hat sich eine ganz eigene Tier- und Pflanzenwelt entwickelt. Trotzdem sieht es von der Straße immer wieder so aus, als müsste hinter der Düne gleich das Meer beginnen. An 2 oder 3 Stellen sehen wir aber Kinder auf Plastikschalen die Dünen runterrodeln  Auch nicht schlecht. Uns fällt aus auf, dass der staubfeine weiße Sand auch durch die intensive Sonnenstrahlung nicht sehr heiß wird. Vermutlich wird die meiste Energie zurückgestrahlt   …   und uns wird umso heißer.
Irgendwann war es genug und wir sind zu unserer nächsten Unterkunft, dem Motel Super 8 in Alamogordo gefahren. Natürlich waren wir heute zu früh (1:30 a.m.), trotzdem konnten wir schon einchecken und unser Zimmer beziehen. Jetzt in den Pool   …   Schade, das Super 8 in Alamogordo hat keinen Pool   …   na Suuper.

Jetzt gebrauchen wir noch ein Nachmittagsprogramm. Nach ein paar Recherchen, auch im Visitorcentrum von Alamogordo, haben wir uns für eine Fahrt in den Lincoln National Forest, direkt vor den Toren von Alamogordo, entschieden. Die Straße dorthin führt uns hinauf in die Sacramento Mountains. Sehr schnell gewinnen wir an Höhe und die Außentemperatur fällt. In Cloudcroft können wir von der Straße sogar einen Schlepplift erkennen. In ca. 8.500 Fuß (fast 2.600 m) Höhe, bei etwa 77° F (25° C) gehen wir den Osha-Trail. Eine herrliche Wanderung, die uns 2 Stunden durch den Wald führt. Danach geht‘s wieder ins heiße Alamogordo.



Gefahren :  221 Meilen
Übernachtung : Motel Super 8
Abendessen :  Buffalo Wild Wings

Fazit des Tages :  Von der Gipswüste ins Skigebiet an einem Tag

Samstag, 31. Mai 2014

Uns fehlt eine ganze Stunde

Doch dazu später mehr.

Dieser Tagebucheintrag erfolgt verspätet, weil das Internet im Grand Motor Inn meistens nicht funktioniert.

Es ist jetzt 9:45 p.m. und ich mache gerade die ersten Einträge für den heutigen Tag. Schon um 5:30 a.m. sind wir aufgestanden. Um 7:00 a.m. haben wir den Hotelparkplatz verlassen und haben gegen 8:30 a.m. am Eingang des Chiricahua National Monument ein Paar aus Stuttgart getroffen. Nachdem wir gemerkt haben, dass wir alle aus Deutschland sind, haben wir uns eine ganze Zeit über unsere diesjährigen USA Reisepläne unterhalten.

Chiricahua National Monument

Im Visitorcenter sind wir, wie eigentlich immer in Nationalpark Einrichtungen, sehr nett beraten worden. Mit unserem Auto sind wir zum Echo Canyon Trailhead gefahren und haben von dort eine sehr schöne Wanderung durch die steinerne Wunderwelt des Chiricahua NM gemacht. Wir sind über den Echo Canyon Trail in den Canyon hinein gewandert. Weiter sind wir über den Hallstone Trail im Canyon und über den Ed Riggs Trail zurück zum Parkplatz gewandert. Nach etwas mehr als 2:30 Stunden waren wir wieder oben. Wir haben, auf zum Teil schattigen Waldwegen, wirklich fantastische Steinformationen bewundert. Allerdings hat es vor einigen Jahren in der Gegend heftig gebrannt und das ist dem Wald, der sich nur langsam erholt, noch anzusehen.

Vor unserer Weiterfahrt nach Deming haben wir uns am Bonita Creek (im NM) ein obstreiches Picknick gegönnt. Auf der Fahrt nach Deming wurde die Landschaft immer eintöniger und trockener. Wir sahen Prärielandschaft aus überwiegend vertrocknetem Gras mit nur wenigen Büschen und fast gar keinen Bäumen. Einige Rinder und Pferde haben wir am trockenen Gras kauen gesehen. Das hier jemand wohnt, sieht man manchmal nur an den am Straßenrand stehenden Briefkästen. Weit und breit kein Haus.

Ein paar Ranches und Farmen und einige kleine Ortschaften haben wir auf unserer Fahrt gesehen. Am Interessantesten waren die immer häufiger zu beobachtenden Sandteufel (kleine Wirbelwinde, die den Sand in die Höhe reißen).

Weil während der Fahrt die Benzinanzeige gegen „Empty“  ging, habe ich mich für ein vorzeitiges Tanken entschieden. Allerdings hat meine Kreditkarte bzw. der angeforderte ZIP-Code nicht funktioniert und so musste ich erst zum Kassierer um die Pumpe freischalten zu lassen. Dabei ist es dann zu einem geradezu klassischen Missverständnis gekommen. Auf die Frage: „wieviel?“ habe ich mit:“10“ geantwortet und den Kreditkartenbeleg über 10,00$ bekommen. Ich wollte aber eigentlich 10 Gallonen tanken. Bis nach Deming reicht das allemal.

Während dieser Fahrt haben wir an der Grenze zu New Mexico eine Zeitzonengrenze überfahren, so dass wir unsere Uhren eine Stunde vorstellen müssen.
Gegen 4:30 p.m. haben wir unsere heutige Unterkunft, das Grand Motor Inn in Deming  erreicht. Das Grand Motor ist schon sehr „old fashioned“. Es ist alles wirklich sehr alt in diesem Motel.

Das Internet funktioniert eher nicht. Die Räume heizen sich extrem auf und die Klimanalage kann man nicht ertragen. Ok, dafür hängt im Eingangsbereich (Foyer) ein riesiger Kronleuchter, naja.
Grand Motor Inn

Nachdem wir eingecheckt und die Sachen aufs Zimmer gebracht haben, sind wir gleich wieder los. Der Pool ist trotz der großen Hitze kein Anreiz für uns.
Ich hatte auch noch den Statepark : City Of The Rocks auf meiner Todo-Liste. Ungefähr 30 Meilen entfernt. Während der Fahrt zum Statepark merkte ich „irgendwann“, dass ich ja eigentlich tanken wollte, sollte, musste. Aber außerhalb von  Deming gibt es weit und breit keine Tankstelle. No Risk, No Fun!

Am Park angekommen, erwies sich das Bezahlen des Eintrittsgeldes als nächste Hürde. Es gibt hier keine Kasse, sondern nur einen Vordruck mit dem der Eintritt erhoben wird. Eine freundliche Amerikanerin, die diese Prozedur gerade für sich erledigt hatte, war uns dabei behilflich.
City Of The Rocks

Jetzt konnten wir uns den Park ansehen. Urig, es sieht aus, wie ein zufällig mitten in die sandige Prärie hingeworfener Haufen riesiger Steine. Im Park  darf auch gezeltet werden. Hinter vielen Steinformationen befinden sich markierte Zeltplätze. Nur wenige davon waren allerdings belegt. Ungefähr eine Stunde sind wir zwischen den riesigen Steinen umhergelaufen. Danach sind wir zurück nach Deming gefahren. Wird der Sprit reichen? Zum Glück fing die Reserveanzeige, mit einen freundlichen Pling, erst in Deming an zu leuchten. Das zweite Tanken des Tages funktionierte, mit unserem ZIP-Code, problemlos.
Wir haben diesen Tag bei einem leckeren Steak (Suuuper) ausklingen lassen.

Gefahren :  226 Meilen
Getankt : 2,70 Gallonen zu 10,00 $
Getankt : 12,91 Gallonen zu 43,89 $
Übernachtung : Grand Motor Inn
Abendessen :  The Ranchers Grill
Fazit des Tages :  Arizona und New Mexico sind weit, einsam und heiß

Freitag, 30. Mai 2014

Am Besten, ich fang gar nicht erst an zu schreiben ...

Das geht natürlich nicht, denn dann vergesse ich alles, was wir so erlebt haben.
Und heute war volles Programm.

Wir ziehen heute weiter …

Die 3 Nächte im Best Western Royal Sun in Tucson haben uns sehr gut gefallen:
  • ·         tolles großes Zimmer (sauber und ordentlich)
  • ·         freundliches und hilfsbereites Personal
  • ·         interessante Frühstücksmöglichkeiten
  • ·         sehr nah der Innenstadt


So richtig genervt waren wir nur von der Nähe zur Bahnstrecke und den lauten Hupkonzerten der amerikanischen Güterzüge. Die ganze Nacht lang.
Nach dem Auschecken sind wir zuerst zur Sabino Canyon Recreation Area gefahren. Hier – im Visitor Center - wurden wir von einer (älteren) Frau aus Augsburg, die vor über 50 Jahren in die Vereinigten Staaten ausgewandert ist, überaus freundlich und kompetent beraten. Es war auch sehr lustig, weil sie kaum noch deutsch sprechen konnte.

Im Sabino Canyon

Wir haben im teilweise schön grünen Sabino Canyon eine 2-stündige Wanderung gemacht. Gegen Ende wurde die Hitze aber doch recht heftig. Mittags haben wir noch eine halbstündige Shuttlefahrt durch den Canyon gemacht. Den Erklärungen des Fahrers konnten wir aber nur sehr begrenzt folgen, da er so schnell und ohne Punkt und Komma sein Programm runtergespult hat. Schön war es trotzdem.

Nach einem kleinen Obstpicknick haben wir uns auf den Weg nach Tombstone gemacht.
Gegen 2:00 p.m. sind wir hier eingetroffen, haben unser Zimmer übernommen und die Stadt, in der die berühmte Schießerei am OK Corral stattgefunden hat, angesehen. Naja, wie in den Western eben  …  recht malerisch aber 100% Tourismus.
Tombstone

Für ein oder zwei Stunden ganz nett. Das tägliche Shooutout gegen 7$ Eintritt haben wir uns geschenkt. Das hatten wir vor ein paar Jahren in Durango noch kostenlos.

Natürlich haben wir auch dem Friedhof : Boothill Graveyard einen Besuch abgestattet und die Gräber der 1880 bis 1884 hier Verstorbenen (überwiegend killed) angesehen.
natürlicher Tod ist anders

So sind wir noch in die nächste Stadt nach Bisbee gefahren. Bisbee ist ganz hübsch und den Abstecher wert gewesen. Bisbee ist nach Tombstone entstanden und nicht so sehr von Goldsuchern und Glücksrittern bevölkert worden. In Bisbee waren die Kupferminen. Deshalb lebten dort von vornherein wohlhabendere Einwohner. Das ist den Häusern durchaus anzusehen. Trotzdem hatten wir unser Abenteuer des Tages.
Wir sind ein wenig durch die Stadt geschlendert und haben überlegt, dass wir auch hier – in Bisbee – irgendwo zu Abend essen könnten. In der Brewery Stock Exchange (hier hängt eine alte, riesengroße Tafel der New Yorker Börse, auf der die Kurse noch handschriftlich eingetragen wurden) haben wir uns zuerst mal Wasser und „Local Beer“ bestellt. Lauter urige Typen hier in dem Laden (das Personal und auch die Gäste). Nachdem wir uns etwas zum Essen bestellt hatten, wollte der Kellner schon mal die Kreditkarte haben. Das fanden wir zwar merkwürdig, aber naja?! Der brachte die Kreditkarte aber nicht zurück. Jetzt wurde uns das Ganze doch ein bisschen unheimlich. Maria machte ihm dann aber deutlich, dass wir das nicht so nicht kannten und auch gar nicht gut fänden. Wir bekamen sofort die Kreditkarte (mit der Rechnung) zurück. Der Kellner meinte „sinngemäß“, dass er die Kreditkarte „normalerweise“ bis zum Schluss des Aufenthaltes behält, damit auch alle weiteren Bestellungen darauf gebucht werden können. Das scheint auch tatsächlich für andere Gäste so üblich gewesen zu sein.
Dann kam das Essen. Der Koch selbst brachte unsere Gerichte. Er kam damit durch die Eingangstür, weil die Restaurantküche nebenan ist. Lachend machte er uns darauf aufmerksam, dass ein Gericht zwar das bestellte Gericht sei, das zweite Gericht aber leider etwas völlig (naja, nicht völlig) Anderes sei. Wenn wir darauf bestehen würden, würde er uns selbstverständlich auch noch das bestellte Gericht – mit entsprechender Wartezeit – zubereiten.

Irgendwie sind die hier alle völlig daneben (oder unter Drogen). Wir haben es damit gut sein lassen, das Essen war ja in Ordnung so weit und wer weiß, wie lange es gedauert hätte. Während des Essens sind wir dann auch noch von einem anderen Gast angesprochen und gefragt worden, aus welcher Gegend Deutschlands wir dann kämen. Das hatte sich doch sehr schnell rumgesprochen (wir hatten es am Anfang unseres Aufenthaltes einer jungen Frau Gast/Bedienung (?) erzählt).

Der Tag ist aber noch nicht zu Ende !

Nach diesem Intermezzo sind wir quer durch die Prärie zurück in unser Grand Hotel gefahren. Wir haben uns im Grillbereich hinter dem Hotel an einen Tisch gesetzt, Tiere beobachtet und den Sonnenuntergang beobachtet beziehungsweise fast verpasst (verklönt). Ich habe angefangen, diesen Tagebucheintrag – so kurz es eben geht – zu schreiben. Es war noch gar nicht lange dunkel, da fuhr ein Auto in die Straße neben dem Hotel ein und wendete. Der Marshall von Tombstone stieg aus  und wollte deutlich machen, dass wir hier nicht lagern dürften. Nach kurzer Klärung der Situation ergab sich noch ein längerer Smalltalk (er hat 3 Söhne, einer lebt in Deutschland usw.). George, der Marshall ist dann wieder abgefahren und ich schreibe meinen Tagebucheintrag im Zimmer weiter.

Gute Nacht … aus Tombstone

Gefahren :   140 Meilen
Übernachtung : Tombstone Grand Hotel
Abendessen : Brewery Stock Exchange

Fazit des Tages :  In Bisbee sind sie voll daneben und in Tombstone wird gut auf uns aufgepasst.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Kühl, regnerisch und windig

Nein, keine Sorge, es hat keinen Wetterumschwung gegeben. Seit 3:30 p.m. sitzen wir bei über 100° Fahrenheit am Pool und gönnen uns wieder unsere täglichen Poolstunden. Das wir aber so „früh“ hier sitzen, hat schon etwas mit dem Wetter (s.o.) zu tun.

Aber der Reihe nach: (Aufstehen, Duschen und so weiter lasse ich einfach mal weg) Das im Preis eingeschlossene Frühstück haben wir so auch noch nicht gehabt. Aus einer Menükarte kann man sich eins von zehn unterschiedlichen Frühstücken aussuchen und bekommt das dann serviert. Heute hatten wir Scrambled Eggs mit Turkey Bacon, Sauerteig Toast (die haben mindestens 4-5 verschiedene Toastbrotsorten) und frischen Früchten und natürlich Kaffee „refill“. Eine sehr freundliche Bedienung hat uns alles serviert. Das Rührei sah allerdings sehr merkwürdig aus, komplett weiß. Da war sicher kein Eigelb mit dran. Geschmacklich war das ziemlich „neutral“. Egal, insgesamt hat es geschmeckt und wir sind satt geworden.

Auf unserem Plan für heute, steht als erstes der Madera Canyon. Das Problem damit ist jedoch, dass weder unser Navi noch unser sonst wirklich toller Reiseführer diesen Ort kennen. Ich habe zuhause im Internet darüber gelesen und wir wollen jetzt dahin. Einen Kartenausdruck habe ich mir auch nicht gemacht. Ok, also habe ich ins Navi eine Adresse in der Nähe des Madera Canyon eingegeben und mir den weiteren Straßenverlauf „gemerkt“. Alle Sorgen waren unnötig, denn kurz bevor das Navi seinen Endpunkt erreicht hatte, war der Rest des Weges ausgeschildert. Das Gebiet wird vom Nationalpark Service betreut, das Einfahrthäuschen war allerdings nicht besetzt, wir konnten ohne unseren Annual Pass zu zeigen das Tor passieren.

Wir sind bis zum Ende des Canyons, auf den letzten Parkplatz gefahren und haben uns entschieden den Natural Trail zu gehen. Es sind nur noch 81° Fahrenheit und es fängt gerade an zu nieseln. Wirklich nur ein paar Tropfen und bald scheint auch die Sonne wieder durch die Wolken. Ein herrlicher Weg – immer leicht bergab – durch lichten Mischwald. Hier stehen überwiegend verschiedene Eichen und unterschiedliche Kiefernarten. Ein paar Kakteenarten haben wir auch gesehen. Das Gras ist bereits komplett vertrocknet.

Der Madera Canyon - Blick auf die Santa Rita Mountains

Das Besondere des Madera Canyon ist aber seine Vielfalt an Vogelarten. So begleitet uns auf dem ganzen Weg Vogelgezwitscher. Nur wenige Vögel bekommen wir wirklich zu sehen.
Da wir keine Lust haben an der Straße zu laufen gehen wir den gleichen Weg zurück. Am Parkplatz angekommen, gut 2 Stunden waren wir unterwegs, suchen wir uns einen Picknickplatz und verdrücken die mitgebachten Bananen, Weintrauben und Kekse. Trotz einsetzenden Nieselregens wollen wir einen weiteren Weg gehen. Wir geben allerdings bald auf und gehen schnell zum Auto zurück, weil der Regen immer mehr anstatt weniger wird. Während der Fahrt aus dem Canyon sinkt die Temperatur zeitweise auf 63° Fahrenheit.

Das zweite Ziel für heute ist die Mission San Xavier del Bac. Die Mission ist eine alte spanische Missionskirche. Um 1700 errichtete ein Jesuitenpater hier eine Missionsstation und 1797 wurde die heutige Kirche erbaut. Welch eine Pracht in dieser Einöde. 

Wir haben uns die prachtvolle Kirche und die Nebengebäude angesehen. Bevor wir zurück zum Hotel gefahren sind, haben wir uns ein frisch zubereitetes „Indian Frybread with red chilli“ gegönnt. Das wird von ziemlich dicken Native Americans in primitiven Hütten zubereitet und verkauft. Das in Fett gebackene Fladenbrot mit scharfer Fleischfüllung war sehr lecker.

Zurück im Hotel haben wir uns 2 Poolstunden genehmigt. Heute waren wir die ganze Zeit allein am Pool – wie idyllisch.

Danach sind wir Tanken gefahren und haben bei Safeway wieder unser Abendbrotkontingent aufgefüllt. Es war wieder alles sehr lecker.
P R O S T


Gefahren : 99  Meilen
Getankt : 11,61 Gallonen zu 38,29 $
Übernachtung : Best Western Royal Sun
Abendessen : vor unserem Zimmer

Fazit des Tages :  Morgen will ich weniger Tagebuch schreiben. Ob mir DAS gelingen wird.

Mittwoch, 28. Mai 2014

von der Wüste ins Hochgebirge

Um 6:00 a.m. sind wir heute schon aufgestanden und um 7:30 a.m. zum Saguaro Nationalpark (Ost) aufgebrochen. Bei der Abfahrt zum Park waren es heute nur 81° Fahrenheit. Gegen 8:00 a.m. sind wir beim Park abgekommen. Das Visitorcenter hatte noch geschlossen. Die Einfahrt war aber besetzt, so dass wir sofort in den Park fahren konnten.
Wir sind den Cactus Forrest Loop Drive (Einbahnstraße) gefahren und haben an diversen Aussichtspunkten angehalten, um uns die Landschaft anzusehen. Der östliche Teil des Saguaro Nationalparks ist nicht ausschließlich durch die namensgebenden Saguaros, sondern durch seine Vielfalt an Sukkulenten (Wasserspeichernde Pflanzen – Klugscheißermodus wieder aus) geprägt. 
Leben und Tod eines Saguaro
Cactus Forrest

Da es heute nicht ganz so heiß ist, wollen wir einen „etwas“ längeren Hike riskieren. Wir haben uns den Loma Verde Loop Trail ausgesucht, der uns auf 3,5 Meilen durch den Cactus Forrest führt. Zum Schluss wurde es doch ganz schön anstrengend, weil es immer wärmer wurde. Am Auto angekommen (ca. 10:45 a.m.) waren auch schon wieder über 90° Fahrenheit.

Von nun an geht es nur noch bergauf (und mit den Temperaturen bergab). Gelaufen sind wir erstmal genug. Wir haben uns deshalb für die Fahrt auf den Mount Lemmon entschieden. Der Catalina Highway führt uns in unendlichen Kehren auf den Gipfel (9.159  feet / 2.792 m). Im Winter wird hier Ski gefahren. Jetzt ist die Luft immer noch 71° Fahrenheit (21° Celsius). Das ist auch mal eine ganz angenehme Temperatur. Es sind noch die Schäden des großen Feuers aus dem Jahre 2003 zu sehen. Aber die Natur erholt sich deutlich. Neben den verbrannten Baumgerippen wachsen wieder neue Bäume.
Blick vom Mount Lemmon

Auf dem Rückweg zum Pool, ähh Hotel meinte ich, haben wir einem Safeway einen Besuch abgestattet und mit meiner Safeway Clubcard 8 $ gespart. Leckeren Aufschnitt, nicht Kiloweise, sondern lose an der Feinkosttheke und Käse, Tomaten, Antipasti, Radieschen und Frenchbread haben wir uns für den Abend eingekauft. Achja, und eine Flasche australischen Pino Grigio.
Gegen 4:00 p.m. sind wir wieder im Hotel gewesen und haben uns 2 Poolstunden gegönnt (105° Fahrenheit). Jetzt haben wir lecker gespeist und genießen die abendliche Wärme.

Gefahren : 109  Meilen
Übernachtung : Best Western Royal Sun
Abendessen : vor unserem Zimmer
Fazit des Tages :  Die Pflanzen hier mögen mit sehr wenig Wasser auskommen, wir gebrauchen immer mehr davon und Bier und Wein